Lagebericht

Resilienz in turbulenten Zeiten

Das Geschäftsjahr 2025 war für die SFS Group erneut anspruchsvoll. Wie im Vorjahr zeichneten sich unsere Endmärkte durch grosse Unsicherheit und zurück­haltende Investitionsbereitschaft aus. Der erzielte Umsatz von CHF 3’056.6 Mio. und eine normalisierte EBIT-Marge von 12.2% sind das Resultat der breiten Aufstellung über verschiedene Endmärkte und Regio­nen sowie des ausserordentlichen Engagements unserer Mitarbeitenden. Dieses trug auch massgeblich zu den wesentlichen Fortschritten im Bereich Nachhaltigkeit bei.

Thomas Oetterli, Präsident des Verwaltungsrats, und Jens Breu, CEO

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

Das Geschäftsjahr 2025 war vor dem Hintergrund eines schwierigen Marktumfelds erneut intensiv. Die Unsicherheit in den Endmärkten blieb hoch und die zurückhaltende Investitions­bereitschaft dämpfte die Marktdynamik weiterhin. Besonders in der Automobilindustrie und der industriellen Fertigung in Europa bestehen Überkapazitäten und dadurch eine reduzierte Nachfrage.

Die anhaltenden politischen sowie wirtschaftlichen Umbrüche und die fortwährende Aufwertung des Schweizer Frankens erforderten proaktives Handeln. Um die Produktions­kapazitäten an die teilweise reduzierte Kundennachfrage anzupassen und den Fokus auf unsere Kernaktivitäten zu verstärken, leitete SFS im Geschäftsjahr 2025 ein Programm zur Straffung des globalen Produktions- und Vertriebsnetzwerks ein.

Im Segment Engineered Components (EC) konnte SFS in allen Endmärkten wichtige Fortschritte erzielen und die positive Entwicklung fortsetzen. Das Segment Fastening Systems (FS) war weiterhin von einer verhaltenen Nachfrage geprägt, wobei sich die nordamerikanische Bauindustrie dynamischer zeigte als die europäische. Im Segment Distribution & Logistics (D&L) verblieben die Volumina ungeachtet kundenseitig tiefer Investitionsbereitschaft auf Vorjahresniveau. Mit dem geplanten Erwerb der drei Partnerunternehmen Gödde GmbH, Oltrogge Werkzeuge GmbH und Hch. Perschmann GmbH bis Ende März 2026 festigt die SFS Group ihre Marktposition im Handelsgeschäft.

Dank der breiten Aufstellung über verschiedene Endmärkte und Regionen sowie den umge­setzten Massnahmen zur Steigerung der Profitabilität konnte die SFS Group die finanziellen Ziele erreichen. Die in den vergangenen Jahren getätigten grossen Investitionen zeigten weiterhin die geplante Wirkung und trugen entscheidend zum Gesamtergebnis bei. Mit der «Local-for-Local»-Strategie werden Chancen aus veränderten Rahmenbedingungen konsequent genutzt.

SFS erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von CHF 3’056.6 Mio. und realisierte ein Wachstum von 0.6%. Währungseffekte reduzierten das Umsatzwachstum um –2.9%. Das organische Wachstum belief sich auf 2.9%.

Solide finanzielle Basis

Die teilweise tiefe Kapazitätsauslastung und Einmaleffekte aus der Anpassung des Produktions- und Vertriebsnetzwerks wirkten sich auf den Ertrag aus. Um diese Einmaleffekte bereinigt resultierte ein normali­sierter Betriebserfolg (EBIT) von CHF 371.0 Mio., was einer normalisierten EBIT-Marge von 12.2% entspricht (Vj. 11.6%). Der Betriebserfolg (EBIT) inklusive Einmaleffekte sank auf CHF 324.3 Mio. (Vj. CHF 350.2 Mio.) bei einer EBIT-Marge von 10.6% (Vj. 11.6%). Der Konzerngewinn belief sich auf CHF 220.2 Mio. (Vj. CHF 242.7 Mio.) und entsprach 7.2% (Vj. 8.0%) des Nettoumsatzes. Die SFS Group erwirtschaftete einen hervorragenden Operating Free Cash Flow von CHF 273.6 Mio. (Vj. CHF 226.1 Mio.). Das Ergebnis je Aktie (EPS) betrug CHF 5.63 (Vj. CHF 6.21) und wurde vom wirtschaftlichen Umfeld sowie von den Einmaleffekten belastet. Die Eigenkapitalquote konnte auf 64.4% (Vj. 59.7%) gesteigert werden – ein klares Zeichen der finanziellen Stärke.

Durch den Abschluss mehrerer Grossprojekte und den Fokus auf eine optimiertere Auslastung sanken die Investitionen in Gebäude, Anlagen sowie Hard- und Software deutlich und beliefen sich auf CHF 103.7 Mio. (Vj. CHF 148.9 Mio.). Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gingen auf CHF 68.5 Mio. (Vj. CHF 76.0 Mio.) zurück, da zentrale Projekte sich dem Abschluss nähern. Sie wurden vollumfänglich der Erfolgsrechnung belastet.

Nachhaltigkeit ist für SFS eine Priorität. Im Berichtsjahr wurden im Bereich ESG (Environment, Social, Governance) wesentliche Verbesserungen umgesetzt.

Environment: Zwischenziele vorzeitig erreicht

Die SFS Group trieb die Umsetzung ihrer Klimastrategie erfolgreich voran. Die Treibhausgase­missionen in Scope 1 und 2 konnten gegenüber dem Vorjahr um –9.9% reduziert werden. Im Vergleich zum Basisjahr 2020 entspricht dies einer Reduktion von –77.1% im Verhältnis zum Nettoumsatz. Auch die Scope-3-Emissionen verzeichneten einen leichten Rückgang. Die Klimaziele für 2050 stehen im Einklang mit dem 1.5-°C-Pfad der Science Based Targets initiative (SBTi) und wurden Ende 2025 validiert. Der Anteil erneuerbarer Elektrizität übertraf das Zwischenziel für 2025 mit 81.5% deutlich.

Social: Unfallrate verbessert, Anzahl potenziell kritischer Lieferanten reduziert

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte SFS im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wesentliche Fortschritte. Die Unfallrate konnte auf 2.9 Unfälle pro Million Arbeitsstunden gesenkt werden (Vj. 4.2). Der Anteil der festangestellten Mitarbeitenden in dualen Aus- und Weiterbildungsprogrammen lag mit  5.9% erneut im Zielband von 5–7%.

Mithilfe von Risikoanalysen, dem ESG-Monitoring und dem verpflichtenden Verhaltenskodex für Lieferanten reduzierte die SFS Group die Anzahl potenziell kritischer Lieferanten auf 249 (Vj. 621) und erhöhte die Transparenz in der Wertschöpfungskette.

Governance: Integre und wertebasierte Unternehmensführung

Der aktualisierte Verhaltenskodex für Mitarbeitende wurde im Berichtsjahr durch Schulungen und interne Audits implementiert. Im Berichtsjahr traten keine Compliance-Vorfälle auf, die zu Bussgeldern oder Gerichtsverfahren führten; ebenso wurden keine Korruptions- oder Beste­chungsvorfälle festgestellt. Das Unternehmen hatte im Jahr 2025 zudem keine Kenntnis von Menschenrechtsverletzungen, einschliesslich Kinderarbeit, innerhalb seines Einflussbereichs.

13’646 Value Creators

Die SFS Group beschäftigte per 31. Dezember 2025 weltweit 13’646 Mitarbeitende (FTE, Vj. 13’689).

Risiken systematisch bewertet

Die Konzernleitung und der Verwaltungsrat bewerten regelmässig die wichtigsten Geschäfts­risiken. Mindestens einmal jährlich werden potenzielle Gefahren umfassend nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe geprüft.

Auch im Berichtsjahr wurden potenzielle Risiken sowie geeignete Massnahmen zu ihrer Begrenzung eingehend erörtert. Der Fokus lag dabei auf der Abhängigkeit der SFS Group von der globalen Wirtschaftslage und geografischen Nachfrageverschiebungen, Währungsschwan­kungen, geopolitischen Instabilitäten, Datenverlust und eingeschränkter Betriebstätigkeit aufgrund von Cyberattacken oder Störungen in den globalen Lieferketten, Naturkatastrophen sowie der Zunahme regulatorischer Anforderungen. Um diese Risiken zu reduzieren, werden Massnahmen kontinuierlich überprüft und implementiert.

Veränderungen in der Konzernleitung

Per 1. Januar 2025 hat die SFS Group ihre Organisationsstruktur angepasst und die Segmente FS und D&L neu strukturiert. Dies mit dem Ziel, den Fokus auf ausgewählte Endmärkte zu schärfen, Entscheidungs­prozesse zu vereinfachen und die Zusammenarbeit innerhalb der Segmente zu stärken. Thomas Jung, zuvor Head of Region North America in der Division Construction, ist seit Anfang 2025 Head of Segment FS. Das Segment D&L wurde ab dem 1. Januar 2025 von Martin Reichenecker verantwortet, zuvor Head of Division D&L International. Iso Raunjak, zuvor Head of Division D&L Switzerland, übernahm die Position des Head of Corporate HR, Communications & ESG.

Vor demselben Hintergrund wurden per 1. Januar 2026 auch die Divisionen im Segment EC aufgehoben und die Verantwortlichkeiten nach Anwendungsbereichen neu verteilt. Zusätzlich hat SFS zur Stärkung und Weiterentwicklung aller Geschäftsbereiche im Wachstumsmarkt Asien diese neu in der Region Asien zusammengefasst. Im Rahmen dieser Anpassungen verantwortet Urs Langenauer, zuvor Head of Division Automotive, das Segment EC. Per 1. Januar 2026 übernahm Martin Reichenecker die Verantwortung als Head of Region Asia. Iso Raunjak löste Martin Reichenecker in der Verantwortung für das Segment D&L ab. Christina Burri verstärkt die Konzernleitung in der Rolle als Head of Corporate HR, Communications & ESG.

Veränderungen im Verwaltungsrat

Im Geschäftsjahr 2025 gab es keine Änderungen im Verwaltungsrat. Auch für die General­versammlung 2026 sind keine Anträge auf Wechsel vorgesehen.

Ausblick auf die 33. Generalversammlung am 22. April 2026

Die nächste Generalversammlung der SFS Group AG findet am 22. April 2026 im Sportzentrum Aegeten in Widnau (Schweiz) statt. Der Verwaltungsrat schlägt die Ausschüttung einer Dividende von CHF 2.50 je Aktie (Vj. CHF 2.50) vor, wovon CHF 0.50 aus der gesetzlichen Kapitaleinlagereserve erfolgen soll. CHF 2.00 werden aus dem Bilanzgewinn ausgeschüttet. Weitere Details werden mit der Einladung im März 2026 mitgeteilt.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026

Der Ausblick bleibt von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Vor diesem Hintergrund stehen weiterhin die konsequente Kundenorientierung, die Fortführung von Innovationsprojekten sowie die Sicherstellung effizienter und profitabler Geschäftsprozesse im Vordergrund. Das im Geschäftsjahr 2025 eingeleitete Programm zur Straffung des globalen Produktions- und Vertriebsnetzwerks wird mit hohem Fokus weitergeführt und umgesetzt.

Für das Geschäftsjahr 2026 orientiert sich die SFS Group an der Mittelfrist-Guidance und erwartet ein Umsatzwachstum in Lokalwährung, inklusive Konsolidierungseffekte, von 3–6% sowie eine normalisierte EBIT-Marge von 12–15%.

Herzlicher Dank

Wir danken allen Mitarbeitenden der SFS Group für ihr Engagement, ihre Expertise und ihre Innovationskraft, die im Berichtsjahr entscheidend zum guten Resultat und zur Weiterentwicklung von SFS beigetragen haben.

Unseren Geschäftspartnern gilt unser Dank für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit, die es uns ermöglicht, gemeinsam Lösungen mit nachhaltigem Mehrwert zu schaffen.

Ebenso danken wir unseren Aktionärinnen und Aktionären für ihre Treue und ihr Vertrauen, das die langfristige Entwicklung der SFS Group unterstützt.

Thomas Oetterli

Präsident des Verwaltungsrats

Jens Breu

CEO